Info: die Kastration des Rüden aus verhaltensbiolog. Sicht

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Info: die Kastration des Rüden aus verhaltensbiolog. Sicht

Beitragvon Herr Meier » 23.01.2011, 09:49

Hallo!

Nachdem zum Thema Kastration ja noch sehr viel Aufklärungsbedarf besteht und das Thema immer wieder die Gemüter erhitzt, stelle ich mal einen Artikel hier rein, den ich für die WUFF geschrieben habe. Vielleicht hilft er ja dem ein oder anderen bei der Entscheidung und verhindert manch überflüssige Kastration....

Die Kastration des Rüden aus verhaltensbiologischer Sicht

von Sophie Strodtbeck und PD Dr. Udo Gansloßer

Die Geschichte der Kastration des Rüden ist eine Geschichte voller Missverständnisse. Noch immer hält sich leider bei vielen Tierärzten, Trainern und Haltern hartnäckig der Glaube daran, dass die Kastration ein chirurgisches Wundermittel bei unterschiedlichsten Verhaltensproblemen darstellt. Aber eine Kastration kann niemals eine vernünftige Verhaltenstherapie ersetzen und viele Probleme, die mit den Sexualhormonen - in diesem Fall mit dem Testosteron - in Verbindung gebracht werden, stammen aus völlig anderen Funktionskreisen und lassen sich durch eine Kastration in keinster Weise beeinflussen. Im Folgenden wollen wir versuchen mit vielen Vorurteilen aufzuräumen und eine Entscheidungshilfe Pro oder Kontra Kastration geben.

Vorausgesetzt werden muss, dass der § 6 des deutschen Tierschutzgesetzes eindeutig das vollständige oder teilweise Amputieren von Körperteilen oder das vollständige oder teilweise Entnehmen oder Zerstören von Organen oder Geweben eines Wirbeltieres verbietet. Ausnahmen gibt es, wenn eindeutige medizinische Indikationen vorliegen, über die an dieser Stelle auch nicht diskutiert werden soll.
Eine unerwünschte Fortpflanzung kann auch durch eine Sterilisation, also durch eine Durchtrennung der Samenleiter, zuverlässig erreicht werden, dabei wird nicht in den Hormonhaushalt eingegriffen und es sind keine Nebenwirkungen zu erwarten.

Frühkastrationen

Kategorisch muss aber in jedem Fall die Praxis der Frühkastration abgelehnt werden.
Von einer Frühkastration spricht man, wenn bereits vor Abklingen der Pubertät kastriert wird. Dieser Trend schwappt leider, vor allem bei der Hündin, aber zunehmend auch beim Rüden, aus den USA zu uns rüber, wo diese Praxis an der Tagesordnung ist. Hier entstehen nur negative Folgen für die Hunde: die betroffenen Tiere werden aggressiver gegenüber gleichgeschlechtlichen Artgenossen und insgesamt unsicherer, nicht nur gegenüber anderen Hunden. Sie bleiben in der körperlichen Entwicklung zurück und werden nie richtig erwachsen, da ihre geistige Leistungsfähigkeit nicht voll ausgereift ist. Das liegt daran, dass sich das Gehirn unter dem Einfluss der Sexualhormone in der Pubertät nochmals weiterentwickelt.

Gründe für Kastrationen

Wie eine Befragung der Hundehalter im Rahmen der „Bielefelder Kastrationsstudie“ (Niepel, 2007) ergab, stellt unerwünschtes Verhalten den häufigsten Grund für eine Kastration dar (74%), gefolgt von 30% der Befragten, die Haltergründe, also bspw. das Zusammenleben von Hündin und Rüde in einem Haushalt angaben. Nur bei 21% der Hundehalter spielten medizinische Überlegungen eine Rolle. Da auch Mehrfachnennungen möglich waren ergeben sich insgesamt über 100 %.

Aggression ist nicht gleich Aggression

Sehr weit verbreitet ist immer noch der Glaube, dass man durch eine Kastration Aggressionsverhalten beseitigen kann. Dies ist allerdings nur in ganz seltenen Fällen gegeben und bedarf einer genauen und differenzierten Analyse des gezeigten Verhaltens, da es das Aggressionsverhalten nicht gibt. Aggression ist vielmehr ein Mehrzweckverhalten, das immer mit der Beseitigung störender oder als gefährlich eingestufter Umwelteinflüsse im Zusammenhang steht.

Angstaggression

Eine sehr häufig auftretende Form der Aggression stellt die Angstaggression dar. Bei dieser ist eine Kastration völlig kontraindiziert und wird das Problem deutlich verschärfen. Der Grund hierfür ist, dass Panik- und Angstreaktionen, die durch einen, auch befürchteten, Kontrollverlust, oder das Erwarten einer gefährlichen Situation seitens des Tieres entstehen, unter der Kontrolle des Stresshormons Cortisol aus der Nebennierenrinde stehen. Das männliche Sexualhormon Testosteron hemmt die Cortisolausschüttung, wirkt dadurch angstlösend und steigert das Selbstbewusstsein. Durch die Wegnahme der Sexualhormone macht man diese Tiere noch unsicherer, was zu einer Verschlimmerung des gezeigten Verhaltens führt. Eine Kastration ist hier also absolut kontraindiziert.
Die geschilderten Zusammenhänge stellen natürlich die gängige Praxis, Tierheimhunde generell zu kastrieren, in Frage, da diese Hunde ja durch eine komplette Änderung der Lebensumstände und -umgebung schon per se gestresst sind. Diese tiefgreifende Entscheidung sollte also nur nach gründlicher Einzelfallbeurteilung und unter Berücksichtigung der Persönlichkeit des Hundes getroffen werden.
Genauso wie die Angstaggression steht die Futterverteidigung unter dem Einfluss von des Stresshormons Cortisol und hat keinerlei Beziehung zu den Sexualhormonen.
Die sogenannte Selbstverteidigungsaggression hingegen wird durch die Hormone und Botenstoffe Adrenalin und Noradrenalin aus der Nebenniere geregelt. Problematisch für den Hundehalter ist, dass gerade ein als Problemlösung erprobtes Verhalten vor allem in Furcht einflößenden Situationen sehr schnell gelernt und als Problemlösungsstrategie abgespeichert wird. Auch bei diesem „Lernen am Erfolg“ hat das erwähnte Noradrenalin seine Finger im Spiel, Sexualhormone sind auch hier nicht beteiligt.
Einzig sinnvolle Maßnahme ist hier ein individuelles Verhaltenstraining, einhergehend mit einer Verbesserung der Führungskompetenz des Halters. Besonders diesen Hunden muss Sicherheit gegeben und nicht Testosteron genommen werden.

Jungtierverteidigung und Infantizid (Kindstötung)

Verantwortlich hierfür ist das sogenannte Elternhormon Prolaktin, dessen Konzentration nachgewiesenermaßen auch bei männlichen Tieren in Anwesenheit von Jungtieren oder Kindern in der Familie, oder bei Schwangerschaft der Halterin, ansteigt. Der biologische Auftrag des Prolaktins ist es dafür Sorge zu tragen, dass Welpen und Kinder der eigenen Familie (auch von männlichen Tieren) verteidigt und betreut werden. Die Folge ist nicht nur eine aggressive Verteidigung der Individualdistanz der schwangeren Halterin, oder einer sonstigen schwangeren Bezugsperson, sondern gleichzeitig oft auch eine deutliche Unfreundlichkeit gegenüber fremden Kindern, bzw. Junghunden. Dieses Verhalten wurde auch bei kastrierten Tieren nachgewiesen. Zusätzlich ist, zumindest beim Wolf, auch ein saisonal bedingter Prolaktinanstieg bekannt. Da hohe Testosteronspiegel wiederum den Anstieg von Prolaktin hemmen, ist auch bei dieser Problematik eindeutig von einer Kastration des Rüden abzuraten.

Partnerschutzverhalten

Das Partnerschutzverhalten wird durch das Eifersuchtshormon Vasopressin ausgelöst, das dafür sorgt, dass der Halter, bzw. beim Hunderüden speziell die Halterin, verteidigt wird. Besonders in der Frühphase einer Beziehungsneubildung spielt es gemeinsam mit dem Bindungshormon Oxytocin eine wichtige Rolle, indem unbeteiligte Dritte ferngehalten werden. Aber auch generell sind diese beiden Hormone an der Regelung sozialer Beziehungen beteiligt. Auch dieses Hormonsystem lässt sich durch eine Kastration nicht beeinflussen.

Echte Status- und Wettbewerbsaggression

Anders ist die Situation bei einer echten Status- oder Wettbewerbsaggression, oder auch bei einer territorialen Aggression. Hier könnte die Kastration eine Verbesserung der Problematik bewirken - allerdings nur dann, wenn das gezeigte Verhalten wirklich hormongesteuert und noch nicht erlernt ist. Jedoch ist bei vielen Tierarten (zB Pferden und Affen) erwiesen, das der Testosteronspiegel nach der Rangverbesserung ansteigt, d.h. erst werden Aggressionen gezeigt, dann steigt die Konzentration der Sexualhormone. Dies widerlegt die These „viel Testosteron = viele Rangordnungskämpfe“.

Die Sache mit der Dominanz...

Immer wieder ist vom „Dominanzverhalten“ die Rede, das die Wurzel allen Übels sei, und das nur zu oft als Indikation für eine Kastration herhalten muss. Dominanz ist aber keine Eigenschaft, sondern eine Beziehung, und zwar eine, die von unten nach oben stabilisiert und nicht andersrum von oben nach unten durchgeboxt wird. Ein wirklich als dominant anerkanntes Tier ist souverän und hat keine Aggression nötig. Einem dominanten Tier werden freiwillig Privilegien zugestanden, sprich es kann jederzeit seine Interessen ohne den Einsatz von Gewalt gegen den Anderen durchsetzen. Das oft als Dominanz bezeichnete Verhalten hat also nichts mit einem Dominanzstreben des Hundes zu tun, sondern spiegelt in den meisten Fällen einen mangelnden Führungsanspruch, bzw. mangelnde Führungskompetenz des Halters wieder. Dass hier eine Kastration keine Abhilfe schaffen kann, muss wohl nicht extra erwähnt werden...

Streunen und Jagdverhalten

Einen weiteren Grund für eine Kastration stellt oft das Streunen, bzw. das Jagdverhalten dar. Richtig ist zwar, dass beim männlichen Säugetier die Tendenz größere Streifgebiete zu nutzen, diese zu markieren und zu kontrollieren, unter dem Einfluss der Sexualhormone im Gehirn angelegt wird, allerdings geschieht das schon vor der Geburt und lässt sich danach kaum mehr beeinflussen.
Etwas anderes ist das Streunen in Anwesenheit läufiger Hündinnen, das tatsächlich sexuell motiviert ist und durch eine Kastration gegebenenfalls beeinflusst werden kann.
Das Jagd- und Beutefangverhalten des Caniden wird durch sehr einfache Reize ausgelöst: Ein sich schnell vom Tier weg bewegendes Objekt löst eine Verfolgung, bzw. Beutefangverhalten aus, auch dies hat nichts mit den Sexualhormonen zu tun.

Hypersexualität

Bei der sogenannten Hypersexualität des Rüden muss klar differenziert werden, aus welchem Verhaltenskreis sie entspringt. Aufreiten hat sehr oft gar nichts mit dem Sexualverhalten zu tun. Häufig ist es einfach eine Übersprungshandlung, oder es handelt es sich um eine Bewegungstereotypie, die dem Stressabbau dient. Wird das Verhalten zwischen mehreren Hunden einer etablierten Gruppe gezeigt, handelt es sich meist um Spiel.
Auch sollte bei der Entscheidung Pro oder Kontra Kastration aus diesem Grund beachtet werden, dass auch kastrierte Rüden in Anwesenheit einer läufigen Hündin oft noch komplettes Paarungsverhalten inklusive Hängen zeigen, und das auch noch jahrelang nach der Kastration. Das liegt daran, dass bei sexuellen Aktivitäten der Glücksbotenstoff Dopamin ausgeschüttet wird, dessen selbstbelohnende Wirkung nachgewiesen ist. Dopamin spielt übrigens auch beim Menschen eine wichtige Rolle bei der Entstehung von Suchterkrankungen.
Nur wenn es sich tatsächlich um sexuell motiviertes Verhalten handelt, ist eine Kastration eventuell in Erwägung zu ziehen – aber dies sollte unbedingt im Vorfeld mit professioneller Hilfe durch genaue Analyse der auftretenden Situationen geklärt werden!

Einzelfellentscheidung

Nach der Lektüre dieses Artikels sollte klar sein, dass man niemals eine pauschale Kastrationsempfehlung aussprechen, sondern immer die Ursachen der Verhaltensauffälligkeiten genauestens analysieren sollte, um die gezeigte Problematik nicht weiter zu verschärfen. In Einzelfällen, wie dem Herumstreunen bei Anwesenheit läufiger Hündinnen, einer echten, durch Sexualhormone ausgelöste Hypersexualität, oder einer echten statusbedingten Aggression, kann die Entscheidung für eine Kastration richtig sein und eine Verbesserung der Problematik mit sich bringen, aber auch nur dann, wenn das gezeigte Verhalten durch Sexualhormone gesteuert wird und noch nicht erlernt ist. Auf gar keinen Fall aber kann eine Kastration eine Verhaltenstherapie ersetzen oder gar als Allheilmittel gesehen werden.

http://www.einzelfelle.de
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Dank an Herrn Meier

Beitragvon michsy » 23.01.2011, 12:29

vielen Dank für den wie ich meine sehr wichtigen und informativen Beitrag. Hier zeigt es sich wieder für mich, dass ich richtig entschieden habe und Bruno nicht kastrieren lassen habe, da wirklich keine Gründe dafür vorliegen.
LG Micha
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Re: Dank an Herrn Meier

Beitragvon Herr Meier » 23.01.2011, 12:57

Danke für den Dank :D
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Re: Info: die Kastration des Rüden aus verhaltensbiolog. Sicht

Beitragvon Kalle 1 » 24.01.2011, 16:53

Herr Meier, :win:
vielen Dank für diesen wirklich hilfreichen Bericht, der mir die Entscheidung den Kalle nicht kastrieren zu lassen, erleichtert hat. :sup:
Er ist letztens wegen einer läufigen Hündin beinahe von einem Auto angefahren worden, als er über die Straße zu ihr wollte. Da fing die Überlegung an...
Aber ich habe gelernt beim spazieren gehen mehr auf die Körpersprache und sein Verhalten zu achten, da merke ich eigentlich früh ob eine läufige Hündin in der Nähe ist.
Ansonsten hört er supi ohne Leine (natürlich mit dem Beagle-Bonus).

Ich werde mir diese Seite mal ausdrucken und ihn Bekannten geben, die ihren Rüden demnächst kastrieren lassen wollen. Meiner Meinung hat er zu wenig Auslauf und haut deswegen ständig ab...

Also: DANKE SCHÖN!
Mit einem kurzen Schweifwedeln kann ein Hund mehr Gefühle ausdrücken, als mancher Mensch mit stundenlangen Gerede.
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Re: Info: die Kastration des Rüden aus verhaltensbiolog. Sicht

Beitragvon GIBSBY » 25.01.2011, 00:33

@Sophie: Danke für den aufschlussreichen Bericht !! :jump:
LG Gaby, Prinz, Amy, Bailey & Lucy 4 ever im ♥en
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Re: Info: die Kastration des Rüden aus verhaltensbiolog. Sicht

Beitragvon awaschko » 25.01.2011, 10:39

@ Sophie:

Danke für die interessante Lektüre.
Wieder viel dazu gelernt.
Antonia mit Lino
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Re: Info: die Kastration des Rüden aus verhaltensbiolog. Sicht

Beitragvon Enzos_Frauchen2 » 25.01.2011, 12:50

Ebenfalls danke für den interessanten Link.


Herr Meier hat geschrieben:Aggression ist nicht gleich Aggression

Sehr weit verbreitet ist immer noch der Glaube, dass man durch eine Kastration Aggressionsverhalten beseitigen kann. Dies ist allerdings nur in ganz seltenen Fällen gegeben und bedarf einer genauen und differenzierten Analyse des gezeigten Verhaltens, da es das Aggressionsverhalten nicht gibt. Aggression ist vielmehr ein Mehrzweckverhalten, das immer mit der Beseitigung störender oder als gefährlich eingestufter Umwelteinflüsse im Zusammenhang steht.


Das wirft für mich folgende Frage oder Gedankengang auf. Da geschildert wurde, das in seltenen Fällen eine kastration diesbezüglich helfen kann ist nicht abgesichert, das dies 100 % ausgeschlossen ist .. Ohje .. ich sehe schon die vielen :buhu :conf: :conf: :conf:

in manchen Fällen könnte auch gesteigerte testosteron eine erhöhte Agression hervorrufen (z.B. Status - & Wettbewerbsaggression). Dies sollte zumindest vom TA auch abgeklärt sein. Da ich selbst mit den Gedanken einer kastration spiele, mir allerdings alle negativen Faktoren bewusst ist und ich keine für ihn unnötige OP an meinen Rüden vornehmen möchte, wollte ich es zunächst mit einer chemischen kastration versuchen. Mir ist bewusst und es ist klar in meinen Sinne, das trotzdem begleitenden der Besuch der Hundeschule ansteht um herauszufinden, ob es wirklich an den hormomen liegt oder mangelndes Vorbild unserseits (die unbewussten Signale, die man den Hund übermittelt) legen könnte.

Gibt es einen Erfahrungsbericht von den genannten Autoren, wo eine chemische kastration und ihre verhaltendeutung diesbezüglich gibt? Ob diese sinnvoll ist? Die gleichermaßen auswirkungen der kastrationen wiederspiegelt oder nur ein "dämpfer" dessen, wie es sich auswirken kann?
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Re: Info: die Kastration des Rüden aus verhaltensbiolog. Sicht

Beitragvon danie » 25.01.2011, 13:13

Enzos_Frauchen2 hat geschrieben:in manchen Fällen könnte auch gesteigerte testosteron eine erhöhte Agression hervorrufen (z.B. Status - & Wettbewerbsaggression). Dies sollte zumindest vom TA auch abgeklärt sein.

Das hat Sophie doch auch in ihrem Artikel geschrieben, oder?

Enzos_Frauchen2 hat geschrieben:Gibt es einen Erfahrungsbericht von den genannten Autoren, wo eine chemische kastration und ihre verhaltendeutung diesbezüglich gibt? Ob diese sinnvoll ist?

Als TA wird sie die sicher liefern können. Und auch hier im Forum wurde schon drüber geschrieben, wenn ich mich recht entsinne.
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Re: Info: die Kastration des Rüden aus verhaltensbiolog. Sicht

Beitragvon beaglechaoten » 25.01.2011, 22:17

Hallo,
wir haben auch mit dem Gedanken gespielt den Feivel, ehemaliger Laborbeagle, kastrieren zu lassen. Er hat seit dem er 6 Monate alt ist eine Vorhautentzündung. Wir haben alle Mittel ausprobiert dies in den Griff zu bekommen. Zusätzlich hat er immer wieder, trotz aller Darmmittel, durch den Stress, Probleme mit Giardien.
Um zu sehen, wie sich die Kastration auf Feivel auswirkt, haben wir die hormonelle Kastration versucht.
Feivel hat sich sehr drastisch verändert, aus einem lustigen sehr mobilen und immer zu Ausgängen bereiten 2 jährigen Rüden ist ein phlegmatischer Hund geworden, der nicht einmal mehr Lust hat nach draussen zu gehen.
Am Sonntag wurde er dann von einem 3 jährigen Rüden permanent bedrängt, er hat sich zwar gewehrt und den Rüden verbissen aber es war für beide Hunde Stress.
Das möchte ich meinem Hund nicht antun.
In der Zwischenzeit habe ich das Buch von Dr. Gabriele Niepel, Kastration beim Hund aus dem Kosmos Verlag empfehlen. Es ist weder pro noch contra Kastration sondern zeigt sehr ausführlich, was die Kastration für Auswirkungen auf die Hunde, egal ob Weibchen oder Rüden hat.
Bei mir wird kein Hund, es sei denn aus medizinischer Sicht, mehr kastriert. Ich habe seit ich 12 Jahre alt bin Hunde und habe mich immer für gut informiert gehalten, nach dem Lesen des Buches war ich eines besseren belehrt.
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Re: Info: die Kastration des Rüden aus verhaltensbiolog. Sicht

Beitragvon beagle2000 » 31.01.2011, 13:00

Ein toller Beitrag Herr Meier, sollte zusammen mit besagter Bielefelder Kastrationsstudie zur Pflichtlektüre vor einer geplanten Kastration werden, egal ob Hündin oder Rüde.
TÄ klären selten so auf.
Danach erst sollte jeder entscheiden, ob die OP durchgeführt wird -oder vielleicht doch nicht-.
Mit den Flügeln der Zeit fliegt die Traurigkeit davon
Jean de La Fontaine (1621-1695)
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Re: Info: die Kastration des Rüden aus verhaltensbiolog. Sic

Beitragvon Herr Meier » 31.07.2011, 22:25

Im Herbst gibt's ein ganzes Buch zu dieser Thematik:

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Kastration und Verhalten vom Hund

Liebe Grüße,

Sophie & die Monstermeute
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Re: Info: die Kastration des Rüden aus verhaltensbiolog. Sic

Beitragvon Chrissy_Rambo26 » 02.08.2011, 20:27

Hallöchen,

naja ich gebe mal ein gutes Beispiel der kastration ab:) "wenn ich darf" :mrgreen: also uns bzw rambo war es die beste entscheidung überhaupt.
er ist in vielen dingen noch ganz der alte sprich..er spielt immer noch gerne,frech,fit und hat auch kein übergewicht bekommen.
Und was sein verhalten anbelangt,ausgeglichener und lernfreudiger ist er geworden.was davor wirklich gar nicht ging.
Ich kann bisher nichts negatives einer kastration beifügen.

auf was man jetzt vielleicht mehr aufpassen muss ist die ernährung.Aber bisher habe ich diese noch nicht einmal umstellen müssen :sup:



lg
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Re: Info: die Kastration des Rüden aus verhaltensbiolog. Sic

Beitragvon michsy » 02.08.2011, 20:30

Und warum wurde er kastriert, gab es medizinische Probleme wenn ich mal fragen darf?
LG Micha
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Re: Info: die Kastration des Rüden aus verhaltensbiolog. Sic

Beitragvon Chrissy_Rambo26 » 02.08.2011, 20:35

michsy hat geschrieben:Und warum wurde er kastriert, gab es medizinische Probleme wenn ich mal fragen darf?


aus medizinischer sicht gab es nur den einen grund das er herzkrank ist..und er so durchdrehte tag für tag vor lauter das er nicht mehr fressen und schlafen wollte und nur noch jaulend durch die gegend gelaufen ist..wir leben in einem dorf mit vielen hunden ;) somit riet uns die TÄ zur einer kastration auch um das krebsrisiko zu vermeiden wie auch magengeschwüre durch zu viel stress.

verhaltenssicht könnte ich auch noch aufzählen die weiss ich noch bis heute,aber ich denke die sind weniger interessant:)
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Re: Info: die Kastration des Rüden aus verhaltensbiolog. Sic

Beitragvon michsy » 02.08.2011, 20:39

Oke wenn es Rambo durch die Kastration besser geht und sich die gesundheitlichen Probleme dadurch erledigt haben.
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