Zunehmend aggressiv gegenüber anderen Hunden

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Zunehmend aggressiv gegenüber anderen Hunden

Beitragvon BeagleMama1973 » 04.09.2018, 15:25

Hallo zusammen,

bin noch neu registriert und daher nicht sicher, ob es eine ähnliche Frage schon gibt, habe jedenfalls beim Durchlesen nichts passendes gefunden, da unser Beagle schon relativ "alt" ist.

Unser Horst ist jetzt 7 Jahre alt und ein ganz lieber gehorsamer Kerl, er kann morgens 5 Stunden alleine bleiben ohne Theater zu machen, hört auf die gängigen Kommandos und ist ein verschmustes liebes Tier. Mit unseren Vögeln (Kanarien und ein Wellensittich) hat er keine Probleme, die können durch den Raum fliegen, da guckt er nur müde. Auch auf Katzen draußen geht er nicht los, guckt nur hinterher. Ansonsten scheint er mir ein typischer Beagle zu sein: Nase immer am Boden, jeder Spur wird nachgegangen und verfressen wie wohl die meisten Beagle.

Nur ein riesiges Problem haben wir: Er ist agressiv zu anderen Hunden sobald sie in Sichtweite kommen. Das ist kein normales Anbellen mehr sondern richtig aggressives Getöse mit Hinziehen mit aller Kraft, so dass ich ihn kaum noch halten kann, dann habe ich auch keinerlei Zugang zu ihm, heißt, ich kann rufen, Kommandos geben soviel ich viel, das hört er gar nicht, selbst Wurst vor die Nase halten ignoriert er dann! Wenn er dann mal an den anderen Hund ran darf, wird kurz beschnüffelt und dann ist es gut, meist verliert Horst dann auch ganz schnell das Interesse an dem anderem Hund. Natürlich lassen die meisten anderen ihn nicht ran, hört sich ja auch an, als wollte er den gleich zerfleischen.... Wenn er den gleichen Hund am nächsten Tag wieder sieht, geht das Theater übrigens von vorne los, obwohl er ja schon abgeschnüffelt wurde. Es ist übrigens Wurscht ob Rüde oder Hündin.

Ich weiß mir da echt keinen Rat mehr. So kann das jedenfalls nicht weiter gehen, es ist schon keine Freude mehr, mit Horst rauszugehen, die Leute reden auch schon (was mir allerdings am Poppes vorbeigeht, sollen sie ruhig....) Im März nächstes Jahr fahre ich zur Reha - mit Horst! Da sind natürlich auch andere mit ihren Hunden, daher mache ich mir da schon echt Sorgen.

Was vielleicht noch wichtig ist: Horst kam mit 10 Wochen zu uns, wurde mit 1,5 kastriert. Von Anfang an hatte er Kontakt zu anderen Hunden, ca. mit einem Jahr fing es erst an und ich habe das Gefühl, es wird von Jahr zu Jahr schlimmer.

Ich gehe trotzdem jeden Tag viel mit ihm raus, morgens und abends ca. 1/2 bis 3/4 Stunde, mittags die große Runde von 1,5 Stunden, da freut er sich auch immer sehr drauf. Und meist noch einmal am Nachmittag kurz an die Wiese oder halt wenn er sich meldet, dass er raus muss, was selten vorkommt.

Ich habe schon den Verdacht, dass es vielleicht so eine Art Revier verteidigen sein könnte? Im Urlaub ist er nämlich immer die ersten Tage ganz artig, erst danach geht das Gebelle los. Wenn wir allerdings mit dem Auto ein Stück fahren und dann woanders spazieren gehen, wo er noch nicht war, kann ich keinen Unterschied feststellen.

Menschen bellt er übrigens nicht an und bettelt die auch nicht an, die interessieren ihn nicht weiter, außer sie haben "komische" Geräte wie Roller, Buggys, Kindertraktoren o. ä. dabei, was er nicht kennt... :lol:

Wer weiß Rat? Ich bin echt für jede Hilfe dankbar, ich liebe den kleinen Racker echt sehr und hänge total an ihm - er übrigens auch an mir.

Lieben Dank im voraus, Nicole
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Re: Zunehmend aggressiv gegenüber anderen Hunden

Beitragvon Steffen64 » 04.09.2018, 18:15

Hallo Nicole,

das Verhalten ist seltsam. Kann es sein, dass Horst schlecht sieht, da er die Hunde, die er kennengelernt hat, nicht mehr erkennt? Ggf. würde ich trotz des Alters mal eine Hundeschule besuchen, um zu sehen, wie es dort ist.

Wünsche euch viel Erfolg und alles Gute

Gruß

Steffen
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Re: Zunehmend aggressiv gegenüber anderen Hunden

Beitragvon BeagleMama1973 » 04.09.2018, 20:28

Hallo Steffen,

Sehen tut Horst super und auch auf Hundewiesen gibt es keine Probleme, er spielt sofort mit allen, so auch in der Hundeschule. Wahrscheinlich liegt es an der Leinenführung, aber frei kann ich ihn nicht laufen lassen wegen Jagttrieb, jagt jedem Hasen hinterher und leider geht bei uns eine Bahnstrecke lang und in der Nähe auch eine Autobahn...

Heute Abend habe ich mal statt das Halsband wieder das Geschirr angelegt, das mag er nicht so, hat er sonst nur an, wenn er mal am Rad läuft, was eher selten ist. Ich meine, es ging besser, er hat zwar auch andere Hunde angebellt aber eben nur gebellt und dann war relativ schnell gut, so aggressiv kam mir das nicht vor. Kann ich mir aber auch einbilden oder es war, weil das Geschirr ungewohnt ist, ich werde das jetzt mal einige Zeit nur benutzen, vielleicht liegt es auch daran. Als er noch ganz jung war hatte er nämlich auch immer ein Geschirr. Das ist mir aber erst heute eingefallen.
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Re: Zunehmend aggressiv gegenüber anderen Hunden

Beitragvon Kerstin » 05.09.2018, 01:10

Hallo,
der pöbelt....die anderen Hunde an.
Seid ihr zwei alleine? Hat er nur Dich?
Hat er das Gefühl, er muss Dich verteidigen, seine Position klar stellen?

Ich kenn das, Meiner Macht das auch. Er hat aber immer seine Hündin dabei. Meiner Meinung nach muss er da dann seine Stellung präsentieren. Wenn andere Hunde kommen wird er freundlich und schnuppert, wird beschnuppert und die Hündin ( per See sehr freundlich und Umgänglich) auch. Was auch akzeptiert wird. Aber von vornherein wird schon mal gepöbelt. Das obwohl er auch schon 2x gebissen wurde, da hat er nix gelernt draus. Auch bei wiederkehrenden Begegnungen.
Wenn mein Mann mit ihm läuft ist das anders. Da gibt er Ruhe.
Also ich glaub, dass ist einfach so ein Dominaz- Gehabe.

Ach und die Frau hier im Ort mit der großen Dogge, die wirklich beißt, sagt immer " da kommt der böse Beagle"!, wenn sie und sieht! :lol: :lol: :lol: :lol: :lol: :lol: :lol: :lol:
viele Grüsse von Kerstin, Paula, und Balu
und Emma im Herzen

Dass mir der Hund das Liebste sei, sagst Du o Mensch sei Sünde.
Der Hund blieb mir im Sturme treu, der Mensch nicht mal bei Winde.
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Re: Zunehmend aggressiv gegenüber anderen Hunden

Beitragvon BeagleMama1973 » 05.09.2018, 07:40

Hallo Kerstin,

so eine "Doggefrau" haben wir hier auch, zwar keine Dogge aber ein anderer Riesenhund. Zum Schieflachen-

Mein Mann und meine Tochter gehen eher selten mit ihm raus, weil er da das gleiche Theater macht. Aber Horst ist schon sehr auf mich fixiert, typisch Rüde halt. Und ich bin auch die, die morgens als erste da ist, ihn durchknuddelt, die einzige, die vor dem schlafen gehen noch mal streichelt und ich versorge ihn auch so gut wie immer mit Futter/Wasser. Wenn die anderen mal weg sind, ist das nicht weiter schlimm, aber wehe ich bin mal einen Tag weg obwohl mein Mann und Tochter da sind. Da rennt er wohl dann ständig zur Tür und wartet. Und die Freude ist riesengroß, wenn ich zurückkomme, tut als sei ich ein Jahr weg gewesen. Beschützerinstinkt hat er ganz sicher. Eigentlich bellt er Menschen nicht an, außer sie sind ihm nicht geheuer aber das ist ja auch ok so.

Ich denke, ich werde das einfach so akzeptieren müssen. Schade eigentlich, denn das ist echt nervig.
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Re: Zunehmend aggressiv gegenüber anderen Hunden

Beitragvon Snoodi » 05.09.2018, 14:07

Ich würde mir einen vernünftigen Hundetrainer gönnen.

1. In der HuSchu sind die Gegebenheiten anders, als in freier Wildbahn.
2. Horst ist erst 7 Jahre, lebt also noch ein paar Jahre, und den Stress würde ich mir nicht antuen wollen.

Es ist gut möglich, dass ihr nur 1 Stunde mit dem Hundetrainer braucht.
Liebe Grüße Iris
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