Hallo zusammen,
ich habe Max von Anfang an in freiem Gelände auch frei laufen lassen - außer im Wald. Wichtig ist neben der intensiven Bindung, die zwischen Max und mir besteht, da wir 24 Stunden am Tag miteinander verbringen (er darf bzw. muß mit ins Büro und arbeiten

), daß er gelernt hat, daß es für ihn gut ist, in meiner Nähe zu bleiben. Papa hat schließlich die Kekse bei sich, Papa kann Stöcker werfen und Papa kann mt einem durch die Botanik rennen

. Es ist - nach meiner Erfahrung - nur wichtig, daß man den Hund sehen kann und daß er einen sehen kann (ein Beagle kann sehr gut hören, nur mit dem Zuhören hapert es

). Im Übrigen "arbeite" ich mit akkustischen und visuellen Signalen - ist Max also mal wieder 30 m voraus und möchte ich, daß er stehenbleibt, dann pfeife ich, um seine Aufmerksamkeit zu erregen (sein Kopf dreht sich zu mir), hebe die Hand mit der Leine (knallrot) und rufe "Warte" - das funktioniert fast perfekt. Max bleibt entweder stehen oder geht zumindest, statt zu rennen - und auf jeden Fall wartet er, bis ich ihn eingeholt habe. Ich rufe zwischendurch immer "Fein", um ihn zu motivieren, und wenn ich ihn eingeholt habe, bekommt er ein Leckerli - und nach einem kleinen Klapps (sein Signal), darf er wieder losrennen. Ich kann nicht die Hand dafür ins Feuer halten, daß er immer hört, aber solange ich ihn sehen kann, kann ich ihn auch stoppen (Brüllen ist zwar ein Primatenverhalten, aber es wirkt - und bei großen Entfernungen ist es auch ratsam). Max weiß dann, daß ich sauer bin, und das wirkt immer - ich brülle ihn nie an, aber ich werde laut, und das beeindruckt ihn

).
Um das Ganze einzuüben, sollte man immer wieder Passagen einbauen, in denen der Hund an der Leine geführt wird (speziell dort, wo Autos fahren), damit er lernt, daß es Freiheit und Leine gibt und sich beides abwechselt - so wird er die Leine als notwendiges Übel ansehen (Gesetze befolgen wir ja auch, weil sie für unser Leben und Überleben notwendig sind, aber eine solche Abstraktionseben kann man beim Hund nicht erwarten - hier ist der Mensch gefragt, um es dem Hund verständlich zu machen). Der Hund versteht viel, wenn man es ihm deutlich "erklärt" bzw. veranschaulicht (hier darf man frei laufen, hier muß man an die Leine).
Es gibt nichts Schöneres, als zuzusehen, wie er über Schnee und grüne Wiesen rennt - er schlägt dann anfangs immer aus wie ein Wildpferd, göttlich

. Ein reines Leben an der Leine wäre ja auch ein sehr unerfülltes Leben, denke ich - mehr ein hohes Maß Freiheit für ein wenig mehr Sicherheit aufgibt, der verdient weder Freiheit noch Sicherheit (frei nach Benjamin Franklin).
Max vertraut ebenso wie alle anderen gut sozialisierten Hunde auf die Fähigkeiten seines Halters, den er als einen umsichtigen und weisen Herrscher kennt - und die Anordnungen eines solchen Herrschers befolgt man eher als die eines Despoten, denn Despoten regieren mit Kontrolle (Leine) und nicht mit Vertrauen (ohne Leine).